Mit dem Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) seit 2016 die Verbesserung der Angebote sprachlicher Bildung als Teil der Qualitätsentwicklung in der Kindertagesbetreuung. Anfang des Jahres 2019 wurden bundesweit in den bisher zwei Förderwellen insgesamt 6.476 Einrichtungen gefördert sowie insgesamt 6.723 Fachkraftvorhaben und 512 Fachberatungsvorhaben. Damit ist jede zehnte Kita in Deutschland eine Sprach-Kita.
Die Sprach-Kitas erhalten im Bundesprogramm zweifache Unterstützung bzw. Förderung: Die Kita-Teams werden durch zusätzliche Fachkräfte verstärkt, die direkt in den Einrichtungen tätig sind und ein fachliches Tandem mit den Kita-Leitungen bilden. Sie beraten, begleiten und unterstützen die Kita-Teams in den drei Handlungsfeldern. Darüber hinaus finanziert das Programm eine zusätzliche Fachberatung, die kontinuierlich und prozessbegleitend die Qualitätsentwicklung in den Sprach-Kitas unterstützt. Sie qualifiziert die Kita-Tandems innerhalb eines Verbundes von ca. zehn bis 15 Sprach-Kitas.
Hochgerechnet profitieren über eine halbe Million Kinder von dem Programm, wobei etwa jedes fünfte erreichte Kind (21 Prozent) unter drei Jahre alt ist. Der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund lag in den Sprach-Kitas in der ersten Förderwelle mit rund 47 Prozent deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt in Kindertageseinrichtungen (27 Prozent).
Mit einem Zwischenbericht zum Berichtszeitraum 2016 bis Mitte Januar 2019 wird der aktuelle Stand der Umsetzung resümiert sowie Zwischenergebnisse aus Sicht der programmbegleitenden Evaluation und der Länder festgehalten. Gleichzeitig beinhaltet dieser fachliche Empfehlungen für die Weiterentwicklung des Bundesprogramms. Nachfolgend sind die wesentlichen Inhalte und wichtigsten Kernaussagen zusammengefasst dargestellt.
Sprach-Kitas fördern Qualitätsentwicklung und Professionalisierung in Kindertageseinrichtungen
Durch die Förderung im Bundesprogramm
Die Länder resümieren die bisherige Wirkung des Bundesprogramms vor allem auf den Ebenen
Für eine mögliche Fortsetzung braucht es weiterhin als wesentliche Elemente der Qualitätsentwicklung zusätzliche Personalressourcen (z.B. über Funktionsstellen), das Einbeziehen der Leitungskräfte in den Qualitätsentwicklungsprozess sowie die Arbeit in multiprofessionellen Teams, die unterschiedliche Sichtweisen in den Kita-Alltag einbringen.
Fachberatungen sind zentrales Qualitätsmerkmal und Transferinstanz
Die Zwischenergebnisse der programmbegleitenden Evaluation machen deutlich, dass sich bereits eine lebendige Zusammenarbeit zwischen den zusätzlichen Fachberatungen und Verbundeinrichtungen entwickelt hat. Die Fachberatungen
In der Zusammenarbeit mit den Umsetzungsstellen (zusätzliche Fachberatung, Kita, Träger) gilt es, weiterhin eine (enge) Zusammenarbeit zwischen Fachberatung und Kita-Tandem zu ermöglichen und die Relevanz für die Weiterentwicklung der Kita deutlich zu machen. Zukünftig sollten die Angebote zu prozessbegleitenden, fachlichen und methodischen Unterstützungsformaten weiterentwickelt und um Themen der Organisations- und Teamentwicklung erweitert werden.
Einrichtungen und Träger profitieren von der steigenden Vernetzung
Die Länder heben die gestiegene landesweite und bundeslandübergreifende Vernetzung aufgrund der vorgegebenen Verbundstruktur als gewinnbringend sowohl für die Fachberatungen selbst als auch für die einzelnen Kindertageseinrichtungen hervor:
Es gilt, die Ebene der Träger aufgrund ihrer zentralen Bedeutung für Qualitätsentwicklungsprozesse zukünftig verstärkt in den Blick zu nehmen. Diese nutzen die angebotenen personellen, materiellen und inhaltlichen Ressourcen in ihrer Arbeit bereits stark, was für eine langfristige Verankerung der Inhalte des Bundesprogramms in der gesamten Trägerarbeit wichtig ist. Jedoch sollte der Austausch zwischen zusätzlicher Fachberatung und regulären Fachberatungen vor allem trägerübergreifend noch intensiviert werden.
Sprachliche Bildung als Daueraufgabe weiter verankern
Auf Länderebene wurde bereits eine große Bandbreite von Aktivitäten zur Unterstützung des Bundesprogrammes unternommen. In diesem Zusammenhang sind vor allem folgende Aspekte als besonders erfolgreich zu bewerten:
Um eine langfristige Wirkung auf das gesamte Kita-System zu erreichen wird vorgeschlagen
Insbesondere mit Blick auf die hohe personelle Fluktuation im Feld gilt es darauf hinzuwirken, das bestehende Wissen rund um sprachliche Bildung im Kita-System zu halten und weiter zu geben. Die Einbindung erfahrener Fachkräfte hat daher hohe Relevanz. Um Ausstrahlungseffekte und damit nachhaltige Wirkungen des Bundesprogramms auf das Kita-System als Ganzes zu initiieren, sind darüber hinaus eine konstante Vernetzung und Kooperation mit nicht direkt am Bundesprogramm involvierten Akteurinnen und Akteuren des Systems der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung notwendig.