Breiter Protest regt sich im Feld der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung gegen die von der Kultusministerkonferenz auf Bundesebene beabsichtigte Einführung einer auf drei Jahre verkürzten Ausbildung zur „staatlich geprüften Fachassistentin für frühe Bildung und Erziehung“. So haben die AGJ, BAG-BEK und ver.di zusammen mit KiTa-Trägern, Fachschulen und anderen Akteuren kritische Stellungnahmen vorgelegt, die Sie unten zum Download finden.
Befürchtet wird, dass die verkürzte Erzieher*innenausbildung zusammen mit aktuellen Strategien der Länder z.B. zur Öffnung des Fachkräftekatalog oder Quereinsteigermodellen insgesamt zu einer Absenkung der Standards in den Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe sowie zu einer Verminderung der in den letzten Jahren erreichten Qualität der Arbeit in den KiTas führen. Gleichzeitig entstehe für die geplanten assistierenden Arbeitskräfte das Risiko eines nicht definierten und den assistierenden Aufgaben nicht entsprechenden Tätigkeits- und Verantwortungsbereichs. Konterkariert würden damit auch die Bemühungen zur Steigerung der Attraktivität des Erzieher*innenberufs, wie sie bspw. anhand der Fachkräfteoffensive für Erzieherinnen und Erzieher initiiert wurde. Nicht zuletzt wird auch befürchtet, dass eine verkürzte Ausbildung auf DQR 4-Level durch die Hintertür zu einem finanziellen Sparmodell werden könnte.
Mit den Stellungnahmen soll eine breite und öffentliche Diskussion angestoßen werden, um eine Absenkung von Qualifikationsstandards und die Etablierung einer Schmalspur- und Sackgassenausbildung zu verhindern.