„Veränderungen als KiTa-Fachberatung wirkungsvoll begleiten – Impulse für Entwicklung und pädagogische Praxis“ – unter diesem Motto fand jetzt im Stephansstift in Hannover das 6. nifbe-Forum Fachberatung statt. Es wurde von den Teilnehmer*innen der aktuellen nifbe-Qualifizierung für Fachberater*innen in Kindertageseinrichtungen vorbereitet und durchgeführt. Die Veranstaltung nahm sowohl die Veränderungen in Kitas und ihre Bedeutung für die Arbeit in der Fachberatung in Blick als auch die Veränderungen in der Fachberatung selbst.
Einführend zeigte eine Onlinebefragung im Publikum, was für die Besucher*innen des Fachtags „Wandel“ bedeutet. Hier gab es mehrfache Nennungen von Begriffen wie Herausforderung, Veränderung und Unsicherheit oder auch Flexibilität, Offenheit und Entwicklung. Im Auftakt-Vortrag zog Petra Beitzel als langjährige Referentin in der nifbe-Qualifizierung anhand eines Schreibens aus dem Jahr 1963 von Schwester Anne aus Köln einen Spannungsbogen zwischen den ersten Entwicklungen zur Kita-Fachberatung in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg und der Gegenwart. Beeindruckend wurde in dem Brief beschrieben, wie mit einer ausgegrabenen Schreibmaschine eine einzelne Frau aus dem Chaos der Nachkriegszeit heraus zu einer zentralen Stelle und Gesprächspartnerin für Menschen und Institutionen im Bereich der Tagesbetreuung von Kindern wird. Aus ihrer Erfahrung heraus setzte sie sich im Rahmen ihres bevorstehenden Ruhestandes für die Einrichtung einer Stelle in Köln ein, die wir heute als Fachberatungsstelle bezeichnen würden. Es dauerte dann nur noch wenige Jahre bis die ersten Fachberatungsstellen (auch in Köln) geschaffen wurden. Bereichernd war im Vortrag die immer wieder passende und anregende Gegenüberstellung der Situation von Fachberatung in der heutigen Zeit, die im Vortrag abschließend mit einem Blick auf vermeintliche Zukunftskompetenzen in einer VUKA-Welt (Volatility – Unbeständigkeit, Uncertainty – Unsicherheit, Complexity – Komplexität, Ambiguity – Mehrdeutigkeit) bzw. BANI-Welt (Brittle – brüchig, Anxious – ängstlich, Non-linear – nicht-linear, Incomprehensible – unverständlich), mit der sich auch Fachberatung auseinandersetzen muss, abgerundet wurde.
Eine die Tagung begleitende Postergalerie (s. Download unten) verdeutlichte den im Vortrag aufgespannten Bogen zwischen den allerersten Anfängen der Fachberatung bis zur Gegenwart auf garfische Weise. In den mit Hilfe von KI erzeugten Postern werden Paradigmenwechsel deutlich, besondere Impulse hervorgehoben und auch die Besucher*innen des Fachtags mit eingebunden: Wie wurden die Veröffentlichung der Pisa-Studie 2000 und ihre Folgen erlebt? Welche Veränderungen im System Kita haben die Besucher*innen am stärksten geprägt? Welche Best Practice-Beispiel gegen Erschöpfung sind bekannt? Ein Zwischenfazit der Diskussion lautete, dass die Sprechfähigkeit der Fachberatung wichtig ist, um sich auch sichtbar zu machen oder in Schwester Ennes Worten „sich geltend zu machen“.
Im weiteren Verlauf des Fachtags konnten die Besucher*innen zwei von vier angebotenen Workshops wählen und nacheinander besuchen. Hier wurden ein veränderter Blick auf Mehrsprachigkeit angeboten, Familienbilder im Wandel der Zeit diskutiert, über veränderte (Bildungs-) Räume und Raumkonzepte sowie ebenso über Veränderungen durch die Bewusstmachung von Diversität reflektiert.
Im abschließenden Live-Podcast wurden Aha-Momente des Fachtags gesammelt und sich darüber ausgetauscht, was in die Arbeit als Fachberatung konkret mitgenommen werden kann. Die Welt und auch die Kitas verändern sich ständig. Entscheidend wäre es, so ein einstimmiges Fazit, in der professionellen Arbeit als Fachberatung vom Kind aus zu denken: Welche Kinder haben wir hier aktuell in der Kita? Denn genau um sie geht es!
Mit Abschluss der Veranstaltung haben 20 Fachberater*innen aus Niedersachsen das Zertifikat für die aktive und erfolgreiche Teilnahme an der nifbe-Qualifizierung für Fachberatung nach dem Curriculum des niedersächsischen Kultusministeriums erhalten.

In unserer zum Download angebotenen Dokumentation finden Sie die (mit KI-Hilfe erzeugte) Postergalerie sowie die Workshop-Ergebnisse.