In der zehnten Ausgabe von „Kindertagesbetreuung Kompakt“ (Download unten) werden Daten zum Ausbaustand und zum elterlichen Bedarf an Kindertagesbetreuung im Jahr 2024 sowie im Zeitverlauf zusammengestellt. Der Schwerpunkt liegt zum einen auf den unterschiedlichen Entwicklungen in Ost und Westdeutschland und zum anderen auf der Bevölkerungsentwicklung, die das Feld der Kindertagesbetreuung deutlich beeinflusst.
Die Beteiligungsquoten steigen weiter:
Die Beteiligungsquote der Kinder unter drei Jahren ist zum Stichtag 1. März 2024 im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegen und beträgt nun 37,4 Prozent. Bei den Kindern im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt ist die Beteiligungsquote mit 91,6 Prozent etwas höher als im Vorjahr (2023: 91,3 Prozent). Fast jedes Kind dieser Altersgruppe besucht damit ein Angebot der Kindertagesbetreuung.
Die absolute Anzahl der Kinder in der Bevölkerung geht zurück:
Die Anzahl der unter Dreijährigen in der Bevölkerung ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken – um 3,7 Prozent auf 2.266.682 Kinder, insbesondere auf grund der Geburtenrückgänge. Auch bei den Drei bis Fünfjährigen zeichnen sich zuletzt Rückgänge ab: Der Anteil dieser Altersgruppe an der Bevölkerung sank um 0,5 Prozent auf zuletzt 2.453.733 Kinder. Gleichzeitig besuchten im Kita Jahr 2024 insgesamt weniger Kinder ein Angebot der Kindertagesbetreuung: Mit 848.421 Kindern unter drei Jahren nutzen mehr als 8.000 Kinder weniger ein Angebot als 2023. Bei den Kindern im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt ging die Anzahl ebenfalls leicht zurück: 2024 besuchten bundesweit 2.690.013 Kinder ein Betreuungsangebot, rund 900 weniger als im Vorjahr.
Der elterliche Bedarf an Betreuungsangeboten wächst weiter:
Immer mehr Eltern wünschen sich für ihre Kinder einen Platz in einem Angebot der Kindertagesbetreuung. Noch immer können nicht alle Bedarfe gedeckt werden. In allen Bundesländern übersteigt der elterliche Bedarf die Beteiligungsquote. Die Lücke variiert nach Regionen, vor allem zwischen West und Ostdeutschland.
Weiterhin regionale Unterschiede bei den Öffnungszeiten in der Kindertagesbetreuung:
Die Einrichtungen unterschieden sich in Bezug auf die Öffnungszeiten zum Stichtag 1. März 2024 stark
zwischen Ost und Westdeutschland. So öffneten die Einrichtungen in Ostdeutschland früher und länger
als in Westdeutschland. Zudem waren Eltern im Kita Jahr 2023/24 zeitweise von gekürzten Öffnungszeiten
oder ungeplanten Schließtagen betroffen, welche sich v. a. durch Personalengpässe ergaben – in Ostdeutsch land etwas seltener als in Westdeutschland. Auch hier bestehen regionale Unterschiede.
Die Fachkräftesituation führt noch immer zu Einschränkungen im Betreuungsalltag:
Die häufigsten Gründe für ungeplante Schließzeiten in der Kindertagesbetreuung für die Altersgruppe
der unter dreijährigen Kinder sind kurzfristiger und langfristiger Personalmangel (89 bzw. 35 Prozent).
Je höher die Zahl der ungeplanten Schließtage, desto niedriger ist die Zufriedenheit der Eltern in Bezug
auf die Verlässlichkeit des Angebots.
Quelle: BMBFSJF