Der folgende Text ist ein Ausschnitt aus dem Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Supervision vom 19.09.2011. Um einen Blick auf den Gesamtzusammenhang zu bekommen und den Text auch kontextuell einordnen zu können, lesen Sie bitte auch die dazugehörigen Texte, die im Anschluss verlinkt sind.
Es ist eine besondere Situation in Deutschland, dass Fragen von öffentlicher Bildung, Erziehung und Betreuung immer wieder verquickt werden mit Mythen wie dem so sehr grundlegenden von der „Rabenmutter“, die ihre Töchter oder Söhne allein schon durch öffentlich verantwortete Bildung zugleich vernachlässige. Dies ist einem fortdauernden patriarchalen Familienbild geschuldet, das als Mythos weiterlebt, obschon die Lebenswirklichkeiten diesem Bild schon lange nicht mehr entsprechen. Ähnliches gilt für ‚Berufsmythen‘ zum Beruf der Erzieherinnen, der rund um die unterstellte „Mütterlichkeit“ in diesen Frauenberuf auch die besondere, sozialisatorisch erworbene soziale Kompetenz von Frauen erfordere und in dieser Sichtweise nicht professionalisierbar sei.
Zur Zeit entwickelt sich die oft wiederholte Formel vom „Kind im Mittelpunkt“ aller pädagogischen Bemühungen zum Trotz tendenziell zu einem weiteren Mythos, denn häufig sind es nicht die empirisch vorfindlichen Mädchen und Jungen, von denen die Rede ist, sondern lediglich ein „Bild vom Kind“, das jedoch nur wenig differenziert wird.
Mutterbildmythen und Berufsmythen sind im Interesse der Weiterentwicklung von Fachlichkeit und Professionalität aufzuklären, Unwissen ist durch fundiertes Wissen und biographisch erworbene (Selbst-) Klischees und Vorurteile sind durch begründetes Reflektieren zu ersetzen. Hierin liegt eine ganz wesentliche Aufgabe von Supervision.
Aktuelle Themen zur Supervision
Auswirkungen im Feld der Supervision
Bewegungen im Feld der Supervision
Heterogenität des Feldes Supervision