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Heterogenität des Feldes Supervision

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Der folgende Text ist ein Ausschnitt aus dem Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Supervision vom 19.09.2011. Um einen Blick auf den Gesamtzusammenhang zu bekommen und den Text auch kontextuell einordnen zu können, lesen Sie bitte auch die dazugehörigen Texte, die im Anschluss verlinkt sind.

Das Arbeitsfeld der Elementarpädagogik ist gekennzeichnet durch eine große Heterogenität, die auf verschiedensten Ebenen sichtbar wird.

Heterogenität der Adressatinnen und Adressaten:In den Einrichtungen sind Mädchen und Jungen von 0-6 Jahren, in den Horten bis 10 bzw. 12 Jahren in unterschiedlichen Altersmischungen individuell, alters- und entwicklungsangemessen zu betreuen, zu bilden und zu erziehen. Handlungsleitend ist das Paradigma der Inklusion. Es umfasst Kinder mit und ohne Migrationshintergrund, mit und ohne Handicaps oder besondere Förderbedarfe ebenso wie Mädchen und Jungen aus unterschiedlichen familiären, sozialen und wirtschaftlichen Lebenswelten.

Heterogenität durch Föderalismus: 16 Bundesländer, 17 Landesjugendämter, 547 Jugendämter in den Landkreisen und Kommunen bringen ihre jeweiligen Sichtweisen, unterschiedlichen Ausgangslagen, formulierte (politische und verwaltungstechnische) Zielsetzungen und Interessen in die Umsetzung gesetzlicher Aufgaben  und Ausgestaltung elementarpädagogischer Struktur[1] mit ein. Unterschiedliche Bildungspläne und Bildungsprogramme der Bundesländer, die die Zielgruppe der Elementarpädagogik wiederum uneinheitlich zwischen 0-6 Jahren oder 0-10 Jahre definieren, sind nur eine Auswirkung dieser föderalistischen Vielfalt.[2] Die wirtschaftliche Situation in den Städten oder Gemeinden, ebenso wie die jeweiligen politischen Ausrichtungen und Schwerpunktsetzungen, wirken sich unmittelbar auf die Arbeit der pädagogischen Fachkräfte, der Fachberatungen, der Jugendämter und der weiteren Akteure der Kinder- und Jugendhilfe aus.

Heterogenität der Träger und Einrichtungen:Die Gestaltung frühkindlicher Betreuung, Bildung und Erziehung wird beeinflusst durch regionale Unterschiedlichkeiten. Sie beziehen sich ebenso auf städtisch-ländliche Unterschiede wie auf in Ost- und Westdeutschland nach wie vor deutlich spürbare, unterschiedliche Erfahrungen und Werthaltungen, insbesondere zu ganztägigen elementarpädagogischen Angeboten wie auch zur außerfamiliären Betreuung, Bildung und Erziehung der bis dreijährigen Mädchen und Jungen. Die Anbieterlandschaft weist eine große Trägervielfalt auf. Öffentliche und freie Träger stehen im Wettbewerb mit privat-gewerblichen Anbietern. Kirchliche und andere weltanschaulich gebundenen große Träger bieten einen anderen Gestaltungsrahmen als kleine Elterninitiativen.

Heterogenität in den Teams:Die Teams in Kindertageseinrichtungen sind zunehmend gekennzeichnet durch eine kulturelle und ethnische Vielfalt, durch die Zusammenarbeit von Kolleginnen mit unterschiedlichen Ausbildungen, Qualifikationen und Anstellungsverhältnissen sowie unterschiedlichen Lebens- und Berufsaltern. Unterschiedliche (berufs-) biographisch begründete Haltungen und Werte von pädagogischen Fachkräften aus städtischen und ländlichen Kontexten, aus west- und ostdeutsch geprägten Biographien und unterschiedliche generationenspezifische Prägungen treffen in den Teams aufeinander. In den nächsten Jahren sind auf Grund des Fachkräftemangels zusätzlich Kolleginnen und Kollegen zu erwarten, die über Quereinstiege in pädagogische Arbeitsfelder kommen.

Heterogenität der Berufsbildungs- und Studiengänge: In den für die Elementarpädagogik qualifizierenden Berufsbildungs- und Studiengängen wird seit der Jahrtausendwende intensiv daran gearbeitet, forschungs- und qualitätsbezogene Standards von Lernfeldern, Lernsituationen und Theorie-Praxisverhältnissen auszuarbeiten und möglichst in allen Ebenen von der Berufsfachschule über die Fachschule bis hin zu den (überwiegenden) BA–Studiengängen auch aktiv forschend zu verankern. Die Anzahl der Masterstudiengänge ist demgegenüber (noch) sehr begrenzt. Parallel hierzu haben sich Forschungsinitiativen und Studiengänge für die Lehrenden entwickelt. Da aber auch solche Professionalisierungsaktivitäten häufig regional begrenzt, in den Bundesländern nicht einheitlich und erst in jüngster Zeit zumindest koordiniert stattfinden, ist in den Kollegien eine große Heterogenität festzustellen entlang den Dimensionen Lehrendeneingangsqualifikation, Dauer der Tätigkeit im Lehrberuf, Status und Entgelte, Nähe zum elementarpädagogischen Feld, Ausbildung entsprechender Kompetenzen sowie aktive Beratungs- und Unterstützungskompetenz in der Begleitung unterschiedlicher bildungsbiographischer Wege von Schülerinnen und Studierenden.

Die Heterogenität im Feld der Elementarpädagogik mit ihren Wirkungen und Wechselwirkungen wahrzunehmen und einen konstruktiven Umgang mit ihr zu gestalten, ist eine zentrale und zugleich vielschichtige Herausforderung. Es gilt, fachgerecht die notwendigen Reflexionsprozesse auf der pädagogischen Ebene, im Kontext von Teamdynamiken und auf Einrichtungsebene zu initiieren und zu begleiten. Auf einrichtungsübergreifender Ebene müssen bisherige Zuständigkeiten neu austariert und ausgehandelt, neue Verantwortlichkeiten geschaffen und Kooperationen gestaltet werden. Hier kann Supervision einen wesentlichen Beitrag leisten.


[1]Nordrheinwestfalen hat zwei „Landesjugendämter“ (Landschaftsverband Rheinland, Landschaftsverband Westfalen- Lippe (/www.bagljae.de/Landesjugendaemter/ListeLja.htm)

[2]Einen umfassenden Überblick dazu liefert der Länderreport Elementarpädagogiksysteme 2009, Transparenz schaffen – Governance stärken, Verlag Bertelsmann Stiftung (2010)

Aktuelle Themen zur Supervision

Auswirkungen im Feld der Supervision

Bewegungen im Feld der Supervision

Mythen in der Elementarpädagogik

Überblick Fachberatung (not finished)

Internationaler Blick auf Fachberatung

Veröffentlicht:
20. September 2011
Niedersächsisches Institut
für frühkindliche Bildung und Entwicklung e.V.
Jahnstraße 79
49080 Osnabrück
Tel: 0541 - 58 054 57 - 0
E-Mail: info@nifbe.de
"Im Mittelpunkt der Arbeit des nifbe steht das Kind in seinem sozialen Kontext und mit seinem Anspruch auf bestmögliche Förderung und Begleitung von Anfang an."
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