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Aktuelle Themen zur Supervision

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Der folgende Text ist ein Ausschnitt aus dem Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Supervision vom 19.09.2011. Um einen Blick auf den Gesamtzusammenhang zu bekommen und den Text auch kontextuell einordnen zu können, lesen Sie bitte auch die dazugehörigen Texte, die im Anschluss verlinkt sind.

Elementarpädagogik ist ein emotional besetztes Arbeitsfeld im familiennahen Bereich. An pädagogische Fachkräfte werden komplexe, zum Teil widersprüchliche Anforderungen gestellt, von körperlich naher, mitfühlender Begleitung bis hin zur Anwendung diagnostischer Instrumente und wissenschaftlich fundierter Verfahren. Pädagogische Fachkräfte sind gefordert, ihre Rolle und ihr Leistungsspektrum zu definieren und auf personaler Ebene, auf Team- und Einrichtungsebene zu integrieren.

Der demographische Wandel zeigt deutliche Auswirkungen in den Kindertageseinrichtungen. Der Vielfalt der Mädchen und Jungen mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen und Bedarfen steht eine zunehmende Diversität der Mitarbeiterinnen gegenüber. Kindertageseinrichtungen sind zunehmend gefordert, diese Diversität als Ressource zu begreifen und beispielsweise interkulturelle soziale Kompetenzen von Mitarbeiterinnen nutzbar zu machen. Die Altersstruktur der Mitarbeiterschaft in Kindertageseinrichtungen hat sich in Folge des demographischen Wandels deutlich verändert. Teams mit einem Altersdurchschnitt über 40 sind inzwischen keine Seltenheit mehr. Alternsgerechte Arbeitsgestaltung und eine horizontale Laufbahngestaltung für die zweite Hälfte des Erwerbslebens gewinnen zunehmend an Bedeutung[1]. Erzieherinnen verbleiben heute, anders als in früheren Generationen, oft bis zum Renteneintrittsalter im Arbeitsfeld der Elementarpädagogik. Veränderte Generationenbeziehungen im System sind die Folge. Aus Perspektive der Mädchen und Jungen sind diese Mitarbeiterinnen Angehörige der Großmuttergeneration, für die Väter und Mütter der betreuten Kinder repräsentieren sie die Generation der eigenen Eltern. Die intergenerativen Beziehungen bedürfen einer ganz neuen, konstruktiven Gestaltung, generationsspezifische Haltungen und Werte, (berufs-)biographische Prägungen sowie mögliche Übertragungen sollten reflektiert und bewusst gemacht werden.

Gesunde, motivierte und leistungsfähige Mitarbeiter/innen sind die Ressource für eine erfolgreiche Arbeit in Kindertagesstätten. Gleichzeitig zeigen arbeitswissenschaftliche Studien deutlich, dass Erzieherinnen und Erzieher – neben vielen positiven Faktoren – in ihrem Arbeitsalltag Belastungen ausgesetzt sind, die einen gesunden, erwerbslebenslangen Verbleib in diesem Arbeitsfeld erschweren. Zusätzlich werden die Arbeitsanforderungen immer komplexer und anspruchsvoller, sei es durch das Kinderbildungsgesetzes in NRW, durch den Ausbau des bis Dreijährigen-Bereiches oder die Entwicklung zu Familienzentren oder ähnlichen sozialräumlich orientierten Ansätzen im ländlichen Raum. Betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) zur Unterstützung des langfristigen Erhalts der Arbeitsfähigkeit kommt eine zunehmende Bedeutung zu. Die gezielte Förderung einer Selbstsorge-Kompetenz auf individueller Ebene ist dabei von ebenso großer Bedeutung wie die Entwicklung entsprechender Kompetenzen auf Team- und Führungsebene. Der Gesundheitstarifvertrag 2009 für den Sozial- und Erziehungsdienst trägt diesem Bedarf Rechnung, seine erste Umsetzung steht jedoch noch ganz am Anfang und bedarf qualifizierter Begleitung bei der Entwicklung und Implementierung.

Der Setting Ansatz als aktueller und umfassender Ansatz der Gesundheitsförderung in der Lebenswelt Kindertageseinrichtung führt den pädagogischen Auftrag der Gesundheitserziehung und die betriebliche Gesundheitsförderung zusammen. Insbesondere in Familienzentren gewinnt dieser Ansatz zunehmend an Bedeutung. Im Kontext einer gesundheitsförderlichen Gestaltung der Lebenswelt Kindertagesstätte gilt es, die Gesundheitskompetenz von Kindern, Eltern und Erzieherinnen zu entwickeln sowie Väter und Mütter in ihrer diesbezüglichen Erzieherrolle zu stärken.

Die Entwicklung der Kindertagesstätten zu Familienzentren verlangt von Fach- und Führungskräften, in unterschiedlichen Formen in der Stadt und auf dem Land einen sozialraumorientierten Arbeitsansatz und, damit verbunden, ein verändertes Berufs- und Rollenverständnis.

Flexibilisierungsanforderungen durch die Erweiterung von Öffnungszeiten und durch flexibel buchbare Betreuungszeiten stellen Kindertageseinrichtungen auf strategischer wie operativer Ebene vor große Herausforderungen. Die Zunahme befristeter Arbeitsverhältnisse, flexibler Teilzeitverträge und nicht-existenzsichernde Beschäftigungsverhältnisse, von denen insbesondere jüngere Erzieherinnen betroffen sind, führen zu Unsicherheiten und Belastungen bei den Betroffenen, aber auch auf der organisationalen Ebene.

Gleichzeitig ist bereits heute ein Fachkräftemangel zu konstatieren, der insbesondere im ländlichen Raum zu erheblichen personellen Engpässen und damit zu zusätzlichen Belastungen für die Mitarbeiterinnen in den Einrichtungen sowie neuen strategischen Herausforderungen für Träger und Leitungskräfte führt.


Veröffentlicht:
20. September 2011
Niedersächsisches Institut
für frühkindliche Bildung und Entwicklung e.V.
Jahnstraße 79
49080 Osnabrück
Tel: 0541 - 58 054 57 - 0
E-Mail: info@nifbe.de
"Im Mittelpunkt der Arbeit des nifbe steht das Kind in seinem sozialen Kontext und mit seinem Anspruch auf bestmögliche Förderung und Begleitung von Anfang an."
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