Obwohl Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr bereits seit dem Jahr 2013 das Recht auf einen Platz in der Kindertagesbetreuung haben, ist das Angebot an Plätzen auch über zehn Jahre später noch bei weitem nicht bedarfsdeckend. Das belegen aktuelle Auswertungen der DJI-Kinderbetreuungsstudie (KiBS).
Die vom statistischen Bundesamt aktualisierte Bevölkerungsberechnung zeigt, dass in Deutschland weniger junge Menschen leben. Der Ausbau der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung (FBBE) muss aber trotzdem weitergehen.
Dabei muss vor allem die lokale Steuerung und Planung der Angebote zukünftig weiter priorisiert werden, wie die unterschiedlichen Ergebnisse in West- und Ostdeutschland zeigen: Während in Westdeutschland fast jede vierte Familie mit einem ein- oder zweijährigen Kind trotz Bedarf keinen solchen Platz nutzt (23 Prozent), sind es in Ostdeutschland 9 Prozent der Eltern.
Die Analysen der Daten aus der Elternbefragung im Jahr 2024 verdeutlichen, dass bei der Platzvergabe ausgerechnet diejenigen Familien häufiger leer ausgehen, die ohnehin bereits benachteiligt sind:
Die Angebotsplanung, vor allem vor Ort in den Kommunen, muss professioneller werden, damit alle Kinder gleiche Chancen auf einen bedarfsgerechten Platz haben. Kommunen müssen ressourcenschonend auf die Bevölkerungsentwicklung und Zuzugswellen reagieren können und dürfen zugleich die Angebotsqualität nicht vernachlässigen“, kritisiert DJI-Forschungsdirektorin Prof. Dr. Susanne Kuger und ergänzt: „Damit wurde eines der zentralen Ziele des Rechtsanspruchs – die Teilhabechancen aller Kinder zu verbessern und für mehr Chancengerechtigkeit beim Zugang zur Kindertagesbetreuung zu sorgen – bislang nicht erreicht“.
Die DJI-Kinderbetreuungsstudie (KiBS) ist eine jährliche bundeslandrepräsentative Befragung von etwa 33.000 Eltern von Kindern ab der Geburt bis zum Ende der Grundschulzeit. Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert die Studie.
Quelle: DJI