Auf einer Klausurtagung der SPD in Springe hat Ministerpräsident Olaf Lies Kritik an der bisherigen Sprachförderung in KiTa und Grundschule geäußert: diese reiche nicht aus und auch die verpflichtende Sprachstandfeststellung ein Jahr vor dem Grundschuleintritt sei zu spät. Er schätzte die Sprachbildung im Kindesalter als Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe ein und zeigte sich auch offen für ein verpflichtendes KiTa-Jahr (vgl. hier).
Nun hat der Kita-Fachkräfteverband Niedersachsen-Bremen e.V. auf den Vorstoß von Ministerpräsident Lies reagiert. „Die Sorge, um die sprachliche Entwicklung von Kindern teilt der Verband ausdrücklich, warnt jedoch vor verkürzten politischen Lösungsansätzen.“ Es brauche vielmehr ein „tragfähiges Gesamtkonzept“ mit verlässlichen Strukturen, qualifizierten Fachkräften und ausreichenden Ressourcen für die Sprachförderung. Weiter heißt es in der Stellungnahme:
„In den Kindertageseinrichtungen findet bereits heute alltagsintegrierte Sprachbildung statt. Sprache entwickelt sich im Alltag während des Spiels, in Beziehungen oder im gemeinsamen Handeln. Entscheidend dafür sind stabile Bindungen und ausreichend Zeit. Genau diese beiden zentralen Voraussetzungen fehlen jedoch zunehmend. Wenn Sprachförderung isoliert betrachtet wird, bleibt sie eine Symptombehandlung, ohne die eigentlichen Ursachen anzugehen: Personalmangel, Zeitdruck und strukturelle Überlastung.“
Der Kita-Fachkräfteverband Niedersachsen-Bremen e.V. fordert daher:
„Es ist gut, dass die Politik hinschaut“, so Melanie Krause, 1. Vorsitzende des Fachkräftverbands, abschließend. „Aber es reicht nicht. Das große Ganze wird bislang nicht wahrgenommen. Sprachförderung gelingt nur dann, wenn Kitas Zeit, Personal und gute Bedingungen haben.“
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