SELBST-SICHER-LERNEN

In Transferprojekten des nifbe arbeiten Vertreter/innen der unterschiedlichen Bildungseinrichtungen der frühkindlichen Bildung zusammen. Das Projekt selbst-sicher- lernen, das in der kath. Heimvolkshochschule Haus Ohrbeck in Georgsmarienhütte angesiedelt ist arbeitet beispielhaft an einem institutionsübergreifenden Verständnis von Selbstkompetenzförderung als Grundlage von Lernkompetenz. Im Laufe des Prozesses sollen Instrumente und Methoden der Selbstkompetenzförderung in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen sowie von Aus- und Fortbildungsmodulen für ErzieherInnen und LehrerInnen entwickelt werden.

Wir haben einige der Beteiligten gefragt, ob die Mitarbeit im Projekt etwas für Ihre Praxis bedeutet und welche Erfahrungen sie machen?

Frau Haverkamp ist Mitarbeiterin im ev. Kindergarten Kunterbunt in Hasbergen, einem kleinen Ort  in der Nähe von Osnabrück. Er ist konzipiert als 3 Gruppenkindergarten (75 Kinder). Zur Zeit gibt es zwei Integrationsguppen, dadurch ist die Kinderzahl auf 62 reduziert. Es ist eine Ganztagseinrichtung, die von 7.30 bis 17.00 Uhr geöffnet hat. In diesem Jahr wird noch eine Krippe für zwei Gruppen angebaut mit gleichen Öffnungszeiten. Die Einrichtung arbeitet nach dem offenen Konzept das heisst, es gibt drei Stammgruppen, die sich zu Beginn des Tages in ihren Gruppenräumen treffen. Die einzelnen Gruppenräume, die Turnhalle und das Aussengelände sind in verschiedene Funktionen unterteilt. Es gibt jeweils eine Fachkraft für einen Bereich, diese wählt Angebote, Projekte etc aus.

Nifbe Südwest: Frau Haverkamp, können Sie kurz beschreiben wie Sie arbeiten und was Ihre Aufgaben sind?

Den Kinder werden die Vorhaben des Tages vorgestellt und sie können dann frei nach ihren Interessen wählen an welchem Angebot sie teilnehmen wollen.

Meine Aufgabe als heilpädagogische Fachkraft ist es, die Kinder mit erhöhtem Förderbedarf bei ihren Aktivitäten zu unterstützen und mit den Erzieherinnen abzusprechen, welche Angebote aus heilpädagogischer Sicht besonders sinnvoll sind.
  
Nifbe suedwest: Inhaltlich geht es im Projekt darum eine gemeinsame Definition und Herangehensweise für die Selbstkompetenz von Kindern zu erarbeiten. Hat die intensive Arbeit nach den ersten Treffen ihre Praxis oder ihren Blick auf Ihre Arbeit verändert? Wenn ja – wie könnten Sie das beschreiben.

Auswirkungen auf die inhaltlich pädagogische Arbeit gibt es bislang noch nicht. Aus meiner Sicht ist es dafür auch noch zu früh. Ausserdem hat der KIndergarten immer sehr grossen Wert auf Eigentätigkeit der Kinder gelegt genauso wie er das Prinzip der Freiwilligkeit und Entscheidungsfreiheit sehr hoch schätzt. Wir gehen davon aus, dass Kinder mit allen Sinnen lernen und je interessierter sie an einer Sache sind desto grösser ist ihre Motivation und damit ihre Lernfreude.
 
Nifbe südwest Was ist für Sie im Projekt besonders interessant? Was hätten Sie nicht erwartet?

Aus meiner Sicht ist das Zusammenkommen von verschiedenen pädagogischen Fachkräften von herausragender Bedeutung. Nur durch ein gemeinsames Vorgehen kann sich im Interesse der Kinder etwas positiv verändern.
Es ist für mich sehr spannend zu erleben, wie unterschiedlich je nach Profession sich der Blick auf das Kind gestaltet.


Frau Sauerhering, beschreiben Sie kurz ihre Forschungsstelle und Ihre Aufgabe innerhalb des Transferprojektes:

Das Ziel der Forschungsstelle Begabungsförderung ist es Bedingungen zu erforschen, unter denen es den Kindern möglich ist, sich optimal zu entfalten. Dabei ist unser Fokus nicht, wie oft vermutet, die Hochbegabung, es geht uns um die Begabungspotentiale aller Kinder Wir gehen davon aus, dass jedes Kind Begabungen hat und dass diese sich entwickeln, verändern und verschieben können. Grundlegend  ist uns der Respekt vor der Vielfalt. Forschungsschwerpunkte sind derzeit der Bereich  ‚individuelle Förderung‘ und der Bereich ‚Selbstkompetenz‘. Dabei geht es um Fragen wie: Was verstehen Erzieherinnen unter individueller Förderung? Oder Wie können Beobachtungsmodelle im pädagogischen Alltag helfen, die Ressourcen eines Kindes zu entdecken? Die Forschungsstelle Begabungsförderung ist eine interdisziplinäre Forschungsstelle, sie setzt sich aus einer Arbeitsgruppe der Psychologie und einer aus der Pädagogik zusammen. Beide Teilbereiche sind in dem Projekt ‚selbst sicher lernen‘ vertreten. Schon lange vor Projektbeginn haben wir mit den MitarbeiterInnen aus Haus Ohrbeck an einer Projektidee gearbeitet. Seit Projektstart arbeiten wir wissenschaftlichen MitarbeiterInnen eng mit den MitarbeiterInnen aus Haus Ohrbeck in der Steuergruppe zusammen. In dieser Gruppe werden die Projektgruppentreffen (also die Treffen der gesamten Gruppe) geplant und reflektiert. Da dieses Projekt grundsätzlich prozessorientiert ist, bedarf es regelmäßiger Treffen der Steuergruppe, um den Prozess optimal zu begleiten. Ebenfalls nehmen wir WissenschaftlerInnen an sämtlichen Projektgruppentreffen teil, um nah am Geschehen zu sein. So können wir einerseits bei Bedarf jederzeit unserer Kompetenzen einbringen, andererseits können wir die Dynamiken und Fragen, die bei den Treffen entstehen aufnehmen und in die weiteren Planungen einfließen lassen. Es wird ebenfalls unsere Aufgabe sein intensiv an der Konzeption der Fortbildungsmodule mitzuarbeiten und diese später in der Umsetzung zu evaluieren.

Transferprojekte ermöglichen, dass sehr verschiedene Fachvertreterinnen zusammen arbeiten. Sie begleiten dieses Projekt federführend in enger Kooperation mit der Hvhs Ohrbeck. Welche Erfahrungen haben Sie in dieser Zusammensetzung gemacht?

Ich finde diese Arbeit außerordentlich spannend und bereichernd. Das Aufeinandertreffen verschiedener Blickwinkel und Handlungslogiken machen die Arbeit und die Ergebnisse besonders wertvoll. Hier möchte ich ausdrücklich nicht nur die Zusammenarbeit zwischen den MitarbeiterInnen von Haus Ohrbeck und uns WissenschaftlerInnen verstehen, sondern ebenso die Arbeit in der gesamten Projektgruppe.

Welche Herausforderungen nehmen Sie in der Kooperation wahr? Oder alternative Frage: Wie gelingt es eine gemeinsame Sprache zu finden?

Es kommt tatsächlich vor, dass man erst im Laufe eines Gesprächs oder einer Diskussion merkt, dass man von verschiedenen Dingen redet. Meiner Ansicht nach macht das das Projekt aber gerade erst spannend, so werden vermeintliche Selbstverständlichkeiten in Frage gestellt. Ich finde gerade diesen Bereich, über die Berufsgruppen hinweg, miteinander ins Gespräch zu kommen besonders wichtig. Nur so kann auf Dauer ein besseres Verständnis nicht nur zwischen Wissenschaft und Praxis, sondern auch zwischen den verschiedenen Institutionen, zum Beispiel Kindertagesstätte und Grundschule erreicht werden. Daraus kann letztendlich eine verbesserte Arbeit werden und jedes Kind  kann gewinnen.

Inhaltlich geht es im Projekt darum eine gemeinsame Definition und Herangehensweise für die Selbstkompetenz von Kindern zu erarbeiten. Hat die intensive Arbeit nach den ersten Treffen ihre Praxis oder ihren Blick auf Ihre Arbeit verändert? Wenn ja – wie könnten Sie das beschreiben.

Die erste Projektphase, in der es das Ziel war ein gemeinsames Verständnis von Selbstkompetenz zu schaffen, ist bereits abgeschlossen. Als Ergebnis haben wir eine Arbeitsdefinition vorliegen, die aus dieser Arbeitsgruppe entstanden ist und für diese gilt. Diese steht, meiner Ansicht nach, den Definitionen, die in der Literatur zu finden sind, um nichts nach. Mit ihr sind hingegen auch Bereiche angesprochen, die anderswo oftmals vernachlässigt werden wie zum Beispiel die Bedeutung der Haltung der Pädagogin. Diese Erkenntnisse beeinflussen auch meine andere Arbeit in der Forschungsstelle. Ich denke, dass mir das hilft, die Sichtweise aus der Praxis mitzudenken oder mir die Möglichkeit gibt beim nächsten Treffen einfach nachzufragen.

Was macht Ihnen im Projekt am meisten Spaß?

Die offenen Diskussionen, die verschiedene Sichtweisen sichtbar werden lassen, machen mir Spaß! Besonders spannend finde ich dann, wenn dabei etwas Neues, Gemeinsames entsteht!


Daniela Dengler-Bensmann, Fachschule für Sozialpädagogik Melle an welcher Fachschule sind Sie tätig? Beschreiben sie kurz ihre Schule (Schülerzahl, Ausbildungsberufe, Schwerpunkte)

Ich arbeite als Fachlehrerin an der BBS Melle in der Abteilung Sozialpädagogik. Wir sind eine Berufsbündelschule mit 5 Abteilungen(Hauswirtschaft, Wirtschaft und Verwaltung, Bau/Holztechnik, Elektro - u. Metalltechnik/Körperpflege und Sozialpädagogik) zu unserer Abteilung gehört die 2 jährige Fachoberschule Sozialwesen, die 2jährige Berufsfachschule Sozialassistenz sowie die 2jährige Fachschule Sozialpädagogik. Weiter gibt es als Besonderheit eine Quereinsteigerklasse in der Sozialassistenz, in der Schüler mit Fachhochschulreife oder Abitur innerhalb eines Jahres die Ausbildung zum Sozialassistenten absolvieren können. Wir bieten auch eine 3jährige berufsbegleitende Ausbildung zur/m Heilpädagogin/Heilpädagogen an. In unserer Abteilung haben wir ca.280 Schüler/innen.

Welche Erfahrungen haben Sie in Projektgruppe gemacht?

Durch unser regionales Netzwerk sind wir in Melle gut aufgestellt, d.h. durch regionale Projekte vor Ort wie z.B. „Mathe-Kings“ oder „ADHS“ oder „Orte für Kinder“ bestanden und bestehen Kontakte zu den örtlichen Kitas und Grundschulen. Weiter bin ich im Rahmen der Praxisbetreuung der Schüler intensiv im Kontakt mit den regionalen Grundschulen und Kitas. In gemischten Zusammensetzungen erlebe ich die Gruppen weniger, da ein solcher Austausch unseren Rahmen sprengen würde. Punktuell z. B. in zeitlich begrenzten Projekten ist dies möglich.

Inhaltlich geht es im Projekt darum eine gemeinsame Definition und Herangehensweise für die Selbstkompetenz von Kindern zu erarbeiten. Hat die intensive Arbeit nach den ersten Treffen ihre Praxis oder ihren Blick auf Ihre Arbeit verändert? Wenn ja – wie würde sie diese beschreiben?

Nein, im Augenblick hat es den Blick nicht wesentlich verändert, was sicher damit zu tun hat, dass das Projekt(noch) nicht direkt in die alltägliche Arbeit integriert ist

Was macht Ihnen im Projekt am meisten Spaß?

Der Kontakt zu den Kollegen und Kolleginnen aus der Region wird einmal mit weniger Termindruck wahrgenommen und vertieft.

An welcher Grundschule sind Sie tätig? Beschreiben sie kurz ihre Schule.

Ich bin an der Grundschule Eversburg tätig. Die Grundschule Eversburg ist eine drei- bis vierzügige "Verlässliche Grundschule" am westlichen Osnabrücker Stadtrand. Es besuchen zurzeit etwa 270 Schüler mit unterschiedlichster Herkunft und verschiedensten Lernvoraussetzungen unsere Schule, so dass die Förderung und Differenzierung dieser Voraussetzungen besondere Schwerpunkte unserer Arbeit sind. Beispielsweise nehmen wir am Regionalen Integrationskonzept teil oder bieten muttersprachigen Unterricht in Türkisch und Arabisch sowie Islamunterricht an.

Frau Blume, Sie sind Grundschullehrerin einer Grundschule und arbeiten in dem Projekt :selsbt sicher lernen des nifbe mit. Das Projekt verbindet unterschiedliche VertreterInnen der Bildungsinstitutionen rund um das Vorschul- und Grundschulalter.

Welche Erfahrungen haben Sie in dieser Zusammensetzung gemacht?

Ich finde es sehr bereichernd auch Einblicke in andere Institutionen zu bekommen. Es hilft mir Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen. Mir ist in dem Projekt noch bewusster geworden, wie wichtig ein Austausch zwischen den verschiedenen Bildungseinrichtungen ist und wie viel wir voneinander lernen können. Es macht mir Spaß am Projekt mitzuarbeiten, da immer eine angenehme Arbeitsatmosphäre herrscht, die sich durch gegenseitigen Respekt und Interesse füreinander auszeichnet und unheimlich produktiv ist. Das ist zumindest meine bisherige Erfahrung. Denn letztendlich haben wir alle das gleiche Ziel: Möglichkeiten zu finden Selbstkompetenz bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu fördern. Ich empfinde mich dabei selbst als Lernende.

 
Inhaltlich geht es im Projekt darum eine gemeinsame Definition und Herangehensweise für die Selbstkompetenz von Kindern zu erarbeiten. Hat die intensive Arbeit nach den ersten Treffen ihre Praxis oder ihren Blick auf Ihre Arbeit verändert? Wenn ja – wie könnten Sie das beschreiben.

Ich denke, dass sich Auswirkungen auf meine praktische Arbeit gar nicht vermeiden lassen. Schon allein durch die regelmäßigen Diskussionen, die Auseinandersetzung mit verschiedenen Themen und Begriffen, das Zusammentragen von Ideen und Gedanken zum Bildungssystem sowie die Reflektion eigener Vorgehensweisen verändern sich automatisch Blickwinkel und Einstellungen zu vielen Dingen, die die Schule und meine Arbeit betreffen. Das wirkt sich dann oftmals auch in kleinen Situationen aus, in Gesprächen mit meinen Schülern, in meiner Unterrichtsplanung. Ich denke ich kann an dieser Stelle nicht alles ausführen, aber das, was mir durch dieses Projekt wieder deutlich wurde und bei mir wieder weiter in den Mittelpunkt gerückt ist, ist ‚Offenheit’:
… offen zu sein für jedes einzelne Kind, seine Lern(um)wege, seine Talente, Sorgen sowie kleinen und großen Freuden.
…offen zu sein für neue Methoden und Ansätze.
… offen zu sein zu sich selbst, eigene Umwege und Fehler zu akzeptieren und einzugestehen, um daran weiter zuarbeiten.
…offen zu sein für andere Bildungseinrichtungen, andere Blickwinkel, für den gemeinsamen Austausch und das Lernen voneinander sowie das gegenseitige Verständnis, anstatt vorwurfsvoll zu sein und gegeneinander zu arbeiten.
Daran versuche ich mich immer wieder zu erinnern. Aber das heißt natürlich nicht, dass dies immer klappt.

 
Was macht Ihnen im Projekt am meisten Spaß?

Am meisten gefällt mir der Austausch mit so vielen interessanten Menschen aus den verschiedensten Bereichen. Es macht mir Spaß mehr aus den Spezialgebieten der anderen  Teilnehmer zu erfahren und auch etwas von der eigenen Arbeit zu erzählen.

Frau Birke Bugiel, Projektleiterin, päd Mitarbeiterin im Haus Ohrbeck beschreiben sie bitte kurz Ihre Heimvolkshochschule.

Haus Ohrbeck ist eine anerkannte Heimvolkshochschule des Landes Niedersachsen in Trägerschaft des Bistums Osnabrück und des Franziskanerordens. In drei Bereichen bietet Haus Ohrbeck Seminare an: Persönlichkeitsbildung und berufliche Kompetenz, Kultur und Lebensgestaltung, Spiritualität und Theologie. Ein Schwerpunkt liegt auf Aus- und Fortbildungen für Menschen in pädagogischen, sozialen, pflegenden oder kirchlichen Berufen, z.B. in Trauerbegleitung, Notfallseelsorge, Sozial- und Krankenpflege, spiritueller Wegbegleitung oder als Coach im kirchlichen Arbeitsbereich. Für ErzieherInnen und LehrerInnen gibt es spezielle Qualifizierungsangebote. Ein Schwerpunkt greift in jährlichem Wechsel kirchlich und gesellschaftlich relevante Themen auf.
Als bundesweit einzige Heimvolkshochschule hat Haus Ohrbeck im Februar 2009 von der Europäischen Stiftung für Qualitätsmanagement die Auszeichnung „Committed to excellence“ erhalten, die eine hervorragende Arbeitsqualität in allen Bereichen bestätigt.


Wie kam es zur Idee dieses Projektes?

Am Beginn stand der Wunsch, eine spannende und innovative Kooperation zu suchen. So wurde das Team gebildet, in dem Mitarbeiter/-innen unseres Hauses sowie Mitarbeiterinnen aus dem universitären Bereich der psychologischen und pädagogischen Forschung und Lehre von den Lehrstühlen von Professorin Claudia Solzbacher und Professor Julius Kuhl zusammenarbeiteten. Gemeinsam erarbeiteten wir die Fragestellung unseres Projektes: Was ist eigentlich Selbstkompetenz, und wie kann es in verschiedenen Institutionen gelingen, sie zu fördern. Hierbei wurden zwei Prinzipien, die das nifbe vertritt, mit maßgeblich für die Konzeption des Projektes: Das bottom-up-Prinzip, durch das das Wissen der Mitarbeiterinnen aus den Praxisbereichen als zentral für die Arbeit angesehen wird und prägend für das Projekt ist und als zweites der Ansatz institutionsübergreifend zu arbeiten, so dass wir die Projektgruppe aus Mitarbeiter/-innen aus Kindertageseinrichtungen, Grundschulen, Berufsbildendenden Schulen und der Erwachsenenbildung an einen Tisch brachten.

Welche Erfahrungen machen sie in der interdisziplinären Zusammenarbeit mit den Vertreterinnen der einzelnen Facheinrichtungen?
Was ist die besondere Herausforderung?

Die  interdisziplinäre Zusammenarbeit erweist sich als Chance. Es ist sehr gewinnbringend, verschiedene Perspektiven miteinander zu verknüpfen, die ansonsten im Alltag des Wissenschaftsbetriebes eher isoliert von einander arbeiten. Als Herausforderung kann man wohl zum Teil die unterschiedliche „Sprache“ der Beteiligten begreifen. Hier ist es notwendig, in der Moderation aufmerksam darauf zu hören,  ob mit einem Begriff von verschiedenen Menschen dasselbe bezeichnet wird und gegebenenfalls eine Klärung herbeizuführen.

Hat die intensive Arbeit nach den ersten Treffen ihre Praxis oder ihren Blick auf Ihre Arbeit verändert? Wenn ja – wie könnten Sie das beschreiben.

Die intensive Auseinandersetzung mit dem Themenfeld Selbstkompetenz ist zentral für mein eigenes Arbeiten geworden. Durch die intensive Vorbereitung der Projektgruppentreffen und die Diskussionen mit allen Beteiligen - egal aus welcher Institution - hat das Thema durchaus als eine Art „Rasterfrage“ Eingang in mein Arbeiten gefunden. Häufig stelle ich mir in der Vorbereitung oder der Durchführung einer Fortbildung die Frage, ob der dargebotene Inhalt dazu dient, entweder die Selbstkompetenz derjenigen zu stärken, die an der Fortbildung teilnehmen oder aber dazu geeignet ist, die Teilnehmer/-innen zu befähigen, in ihrer eigenen Berufspraxis Selbstkompetenz zu fördern. Muss ich beides mit Nein beantworten, ändere ich mein geplantes Vorgehen.

Was macht Ihnen im Projekt am meisten Spaß?

Die Projektgruppentreffen mit den intensiven Austauschmöglichkeiten in den kleineren Arbeitsgruppen und auch in den Arbeitspausen zwischendurch sind ein Geschenk. Mit so vielen verschiedenen, engagierten Menschen gemeinsam zu arbeiten, die ich sonst immer nur in berufsspezifischen Gruppen kennengelernt habe, ist eine Bereicherung.


Die Interviewfragen stellte Gerlinde Schmidt-Hood, Netzwerkmanagerin im Regionalbüro Nordhorn