Fachkonferenz „Familien (im) Zentrum – regionale Modelle und Perspektiven“
im nifbe Regionalnetzwerk NordOst
30.11.2011, Lüneburg
Lüneburg, 17.01.2012
Ende November 2011 fand die erste Fachkonferenz zum Thema „Familien (im) Zentrum“ statt. An dieser Fachkonferenz des nifbe Regionalbüros NordOst nahmen kommunale Jugendhilfeträger, Vertreter der freien Träger von Kitas und Kita-Fachberatungen aus verschiedenen Landkreisen des nifbe Regionalnetzwerks NordOst sowie aus dem Landkreis Cuxhaven teil.
Nach einer Einführung in das Thema folgten jeweils etwa zwanzigminütige Fachvorträge von Prof. Dr. Angelika Henschel, Prof. Dr. Waldemar Stange und Rolf Krüger von der Leuphana Universität Lüneburg, um den TeilnehmerInnen der Veranstaltung den aktuellen Stand bezüglich des Themas „Familien (im) Zentrum“ darzustellen.
Präsentationen zum Herunterladen:
- Familie heute und veränderte Ansprüche an Bildung, Erziehung und Unterstützung (Prof. Dr. Angelika Henschel)
- Präventive Orientierungen in der Kinder- und Jugendhilfe – frühkindliche Bildung und Entwicklung im sozialräumlichen Kontext (Prof. Dr. Waldemar Stange)
- Organisationsmodelle für sozial-räumliche Kooperation (Rolf Krüger)
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch unter:
- Fachtag "Von der Kita zum Kinder- und Familienzentrum", Achim 23.11.2010
- Fachforum "Wirkfaktoren von Familienzentren mit Early-Excellence-Ansatz", Uelzen 29.09.2011
- Fachforum "KliK - Kleine im Kommen" - auf dem Weg zu einem Familienzentrum in Goslar, Stade 09.02.2012
Inhalte und Ablauf der Fachkonferenz:
In einem Kurzvortrag zum Thema „Familie heute“ und veränderte Ansprüche an Bildung, Erziehung und Unterstützung wies Prof. Dr. Angelika Henschel auf die Veränderungen der Familienlandschaft hin. Der demografische Wandel spiegelt sich in den gegenwärtigen Definitionen von Familie wieder. Die Familie ist noch immer von zentralem Wert, die Eheschließung hat angesichts der Pluralität der Lebensformen an Attraktivität verloren. Frauen waren noch nie so qualifiziert wie heute, allerdings sinkt mit der steigenden Erwerbstätigkeit auch die Geburtenrate. Es gibt immer weniger Frauen im gebärfähigen Alter, die gegenwärtigen Lebensführungsmuster kennzeichnen sich eher durch „serielle Monogamie“. Lediglich in 32% der Haushalte leben Paare mit Kindern, 19% sind Alleinerziehende (davon 90% Frauen).
Mit den veränderten Lebensbedingungen und -mustern gehen auch Veränderungen bezüglich der Einstellung zum Kind, der Erwerbsbeteiligung, der Rollenteilung, aber auch mit Veränderungen der Erwartungen an Eltern selbst einher. Alle Familien stehen unter Druck. Detaillierte Informationen können der Präsentation von Prof. Dr. Angelika Henschel entnommen werden.
Prof. Dr. Waldemar Stange stellte im Anschluss Präventive Orientierungen in der Kinder- und Jugendhilfe – frühkindliche Bildung und Entwicklung im sozialräumlichen Kontext dar. Familienzentren nehmen eine nicht unerhebliche präventive Funktion für Familien ein. Bisher sind die einzelnen AkteurInnen und Institutionen im frühkindlichen Bereich für sich „einzelne Waben, die aber nicht verbunden sind“. Man muss daher die verschiedenen Systeme zusammenführen, um eine „Präventions- und Bildungskette“ zu schaffen. Vorgestellt wurde das Bündnis für Familie in Nürnberg, in dem z.B. Schule und Jugendhilfe hervorragend kooperieren. Prof. Dr. Stange betonte die Gesamtverantwortung und die Steuerungsfunktion der Jugendhilfe und die Notwendigkeit der Entwicklung von Gesamtkonzepten. Der ASD muss verändert werden und muss sozialraumorientierter arbeiten. „Familien (im) Zentrum“ in den Blick zu nehmen ist unabdingbar und eine sehr gute Möglichkeit präventiv zu arbeiten.
Rolf Krüger verdeutlichte in seinem Beitrag, wie wichtig es ist, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Wünschenswert sind Familienzentren, in denen alles unter einem Dach angeboten wird. Er stellte verschiedene Formen von Familienzentren, wie beispielsweise das Kooperations- oder Lotsenmodell, Kita-Verbundsysteme, Kita plus und sozialraumorientierte Modelle vor.
Die TeilnehmerInnnen der Fachkonferenz diskutierten im Anschluss über die Inhalte der Vorträge und über Ansätze und Perspektiven bezüglich der Thematik in den Kommunen.
Das nifbe Regionalbüro dankt den TeilnehmerInnen für die aktive Mitarbeit, greift die Anregungen der Fachkonferenz auf und wird über weitere Schritte zur Weiterentwicklung des Themas „Familie (im) Zentrum“ informieren.
AnsprechpartnerInnen im Regionalbüro NordOst:
Dana Jörn (Tel. 04131-75628-14, dana.joern)
Jörg Hartwig (Tel. 04131-75628-11, joerg.hartwig)




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