Lesekompetenzentwicklung zwischen Familie und Grundschule 

Wenn sich Lesekompetenz trotzdem einstellt. Zur Lesesozialisation unterprivilegierter Grundschulkinder

 

Leitung:

  • Prof. Dr. Wassilis Kassis
  • Prof. Dr. Claudia Solzbacher
  • Dr. Ekkehard Ossowski

 

Das Leistungsgefälle zwischen bildungsnahen und bildungsfernen Gesellschaftsgruppen ist in Deutschland so stark ausgeprägt, dass sowohl die Chancengleichheit in der Schule wie auch in der Gesellschaft beeinträchtigt sind. Dennoch kann davon ausgegangen werden, dass Schriftentwicklungen mit der sozialen Herkunft nicht determiniert sind. Zugleich scheint die Schuleingangsphase und damit die ersten Grundschuljahre eine besondere Bedeutung für die Lesekompetenzentwicklung zu haben.

 

Ziel des Projektes ist es, Faktoren literaler Resilienz zu ermitteln, d.h. herauszufinden, was Kinder mit für den Erwerb der Schriftlichkeit ungünstigen Bedingungen dazu bringt, sich im Lesen wider Erwarten gut zu entwickeln. Dazu führen wir eine Querschnitt-Studie durch, in der bei Kindern der ersten Grundschulklasse die Lesekompetenzen erhoben werden. Zusätzlich werden mit Hilfe von Fragebögen und (für eine Teilstichprobe) mit Interviews Faktoren der literalen Sozialisation ausgeleuchtet. Von der Auswertung solcher Daten erwarten wir einerseits ein vertieftes Verständnis der Wirkungsgefüge, welche die literale Sozialisation von sozial benachteiligten Kindern mit beeinflussen und andererseits Hinweise auf Faktoren, welche ungünstige Ausgangsbedingungen auszugleichen vermögen. Die Resultate sollen die Grundlage für gezielte Fördermaßnahmen bilden.