Das Grundschulprojekt: Entwicklung und Förderung Persönlicher Kompetenzen im Grundschulalter

 

Gesamtleitung: Prof. Dr. Julius Kuhl
Projektleitung: Dr. Susanne Völker und Dipl.-Psych. Alexandra Strehlau

  

Im Zentrum des Forschungsvorhabens, das in Kooperation mit der Elisabethschule Osnabrück, der Kantor-Wiebold-Schule in Melle und der Antoniusschule in Georgsmarienhütte realisiert wird, steht die Diagnostik integrativer persönlicher Kompetenzen von Kindern im Alter von sieben bis zehn Jahren. Diese Kompetenzen sind für ältere Schüler und Schülerinnen sowie für Erwachsene bereits erforscht worden (z. B. Kuhl 2001; Kuhl & Henseler, 2003) und können erfolgreich in Training und Beratung gefördert werden (Martens & Kuhl, 2004; Renger, 2007; Deim, in Vorb.).


Die Ziele des Projektes sind:

 

  • die Entwicklung diagnostischer Verfahren für integrative Kompetenzen speziell für diese Altersgruppe
  • die Eruierung spezieller persönlicher Kompetenzen, die dazu beitragen, dass vorhandene Begabungen entfaltet werden können – und damit auch die Herausstellung möglicher Ansatzpunkte einer individuellen Förderung
  • die Untersuchung elterlicher Erziehungsstile, welche die Entwicklung der für die Begabungsentfaltung wichtigen persönlichen Kompetenzen begünstigen

 

Bezüglich der persönlichen Kompetenzen der Kinder werden die folgenden Fragen untersucht:

 

  • Welche persönlichen Kompetenzen und welche Aspekte der Persönlichkeit des Kindes beeinflussen wie den Zusammenhang zwischen Intelligenz und Leistung?
  • Welches Erziehungsverhalten fördert welche persönlichen Kompetenzen?
  • Wie hängen die persönlichen Kompetenzen mit der Persönlichkeit des Kindes zusammen?


Zurzeit sind drei Datenerhebungen abgeschlossen. Erste Ergebnisse weisen darauf hin, dass Leistungsmotivation im Grundschulalter nur zusammen mit dem Selbstgespür von Kindern gefördert werden sollte. Wir nehmen an, dass eine hohe Leistungsmotivation bei Kindern nur dann als Komponente einer integrierten Persönlichkeitsentwicklung gesehen werden kann, wenn sie im Erleben einen authentischen Selbstbezug besitzt. Andernfalls birgt sie die Gefahr einer allzu starken Ausrichtung an externen Standards, die mit einem hohen Belastungsempfinden in Lernsituationen verbunden ist. Unsere Ergebnisse zeigen beispielsweise, dass die Belastung der Schüler mit einer sorgenvollen Leistungsorientierung ihrer Eltern korrespondierte.

Unsere Fragestellungen werden aktuell in der Antoniusschule in Georgsmarienhütte weiter beforscht.

 

 

Literatur

 

  • Deim, M. (in Vorb.). Gezielte Förderung der Leistungskompetenz. Unveröffentlichtes Manuskript. Universität Osnabrück.
  • Kuhl, J. (2001). Motivation und Persönlichkeit. Interaktionen Psychischer Systeme. Göttingen: Hogrefe.
  • Kuhl, J. & Henseler, W. (2003). Entwicklungsorientiertes Scanning (EOS). In: Erpenbeck, J. (Hrsg.): Handbuch der Kompetenzmessung. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag.
  • Martens, J. U. & Kuhl, J. (2004). Die Kunst der Selbstmotivierung. Stuttgart: Kohlhammer.
  • Renger, S. (2007). Selbstmotivierung und Selbstberuhigung. Evaluation eines Programms zur Selbststeuerung. Unveröffentlichte Diplomarbeit. Universität Osnabrück.